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Einheit 12: Bedeutung des Hörens

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Unterrichtsverlauf in Schritten

1. Schritt: Hören hilft Gefahren zu vermeiden
  • Teilziel: Hören können ist wichtig.
  • Impulse: Bildkarten mit gefährlichen Situationen, in denen das Hören eine wichtige Rolle spielt, werden einzeln präsentiert.

Beispiele für Gefahrensituationen:

  • Notarzt mit Blaulicht
  • Auto hupt
  • Achtung-Schrei eines Menschen
  • Alarmanlage
  • Schüleräußerungen zu den dargestellten Situationen
  • Unterrichtsgespräch zu folgendem Aspekt: "Was könnte passieren, wenn ich in dieser Situation nicht hören kann?"
  • Sicherung und Fixierung auf dem Arbeitsblatt: "Was wäre, wenn wir nicht hören könnten?"
2. Schritt: Hörspaziergang
  • Lenkung der Aufmerksamkeit auf die akustische Wahrnehmung/Vertrauensübung
  • Sozialform: Partnerarbeit
  • Einem Kind werden die Augen verbunden, das "blinde Kind" wird von seinem/r Partner/in durch das Schulhaus/den Schulhof/den Schulgarten geführt
  • Das geführte Kind berichtet seinem/r Partner/in über seine Erfahrungen und Erlebnisse, insbesondere darüber, was auf diesem "Spaziergang" zu hören war.
  • Partnerwechsel
Hinweise:
1) Die Bereiche des Schulgeländes, in die die Kinder geführt werden dürfen, sollten vorher besprochen werden und klar begrenzt sein.

2) Das Gestalten und Erleben eines Hörspaziergang eignet sich auch sehr gut für eine Sportstunde. Sowohl in der Turnhalle, als auch auf dem Sportplatz kann ein Parcours aufgebaut werden, dessen Hindernisse die Kinder mit verbundenen Augen, geführt von Ihrem/r Parter/in, begehen müssen. Noch eindrucksvoller wird die Erfahrung, wenn ihre SchülerInnen den Parcours vor der Begehung nicht sehen können. Vielleicht organisieren sie das mit Kollegen, im Rahmen eines Schulfestes oder während einer Projektwoche ?

Alternative 2.Schritt: Wie fühlt man sich, wenn man nicht hören kann?
  • Einstimmung/Perspektivenwechsel: "Wie fühle ich mich, wenn ich nicht hören kann?"
  • Organisationsform: Sitzkreis
  • Freiwillige Kinder (etwa ein Drittel der Klasse) ziehen jeweils eine Mütze oder ein Stirnband über die Ohren und halten sich die Ohren zusätzlich noch zu, um so gut wie nichts mehr zu hören.
  • Der Lehrer bittet nun die anderen Kinder, sich zu unterhalten, zu lachen und immer wieder zu den "gehörlosen" Kindern hinüberzusehen, um dann wieder mit dem Nachbarn zu tuscheln.
  • ggfs. Wechsel
  • Unterrichtsgespräch über die Erfahrungen und Erlebnisse/mögliche Impulse:
    • "Magst Du erzählen, wie Du Dich gefühlt hast, als Du kaum hören konntest."
    • "Auch die, die hören können, haben Erfahrungen gemacht. Vielleicht magst Du erzählen, wie es Dir ging, als Du merktest, dass hier Kinder sind, die kaum hören können."
    • Beispiele für Schüleräußerungen: "ausgeschlossen gefühlt","war seltsam", "ich dachte, die anderen lachen über mich"
Hinweise:
1) Das Leben eines Gehörlosen kann vielleicht mit dem Leben in tiefem Wasser verglichen werden. Die meisten Kinder kennen aus dem Schwimmbad die Situation, sich beim Tauchen unter Wasser in plötzlicher Stille wiederzufinden. Mit diesem Bild können die Kinder sich annäherungsweise in die Stille einfühlen, die einen Gehörlosen immer umgibt.

2) Es kann anschließend ein Musikbeispiel gegeben werden, wie Menschen mit unterschiedlich schweren Hörschädigungen klassische Musik wahrnehmen. So ein Musikbeispiel findet sich auf der CD des Materialpaketes zum Thema "Sachunterricht: Töne, Klänge und Geräusche" aus der Reihe Grundschule Sachunterricht, Heft 4, November 1999, Kallmeyer Verlag.

3) Das Lied "Musik nur, wenn sie laut ist" von Herbert Grönemeyer nimmt bezug auf das Thema Schwerhörigkeit: Mit den Kindern kann das Lied angehört werden und der Text der ersten und dritten Strophe besprochen werden. So bekommen die Kinder eine Ahnung davon, wie isoliert und einsam sich gehörlose Menschen fühlen, wenn sie nicht als Menschen, sondern als "Andere" oder "Behinderte" angesehen und gemieden werden. Liedtext und Angaben zum Album sind im Materialteil dieser Einheit zu finden.


3. Schritt: Ein Tag ohne hören zu können
  • Teilziel: Wie wäre ein Tag ohne Hören?
  • Sozialform: arbeitsteilige GA
  • Aufteilung in die Gruppen: Morgens, Schule, Nachmittags (Freizeit) und Abends
  • Arbeitsauftrag/Plakatgestaltung: "Wie würde ich den morgen, vormittag, nachmittag, abend erleben, wenn ich nicht hören könnte?"
  • Beispiele:
    • Morgens:
      Wenn man den Wecker nicht hören kann, wie merkt man dann, wann es Zeit zum Aufstehen ist? Vogelzwitschern, Regen kann ich nicht hören.
    • Vormittags in der Schule:
      Es ist keine Schulglocke zu hören. Man weiß nicht, wovon der Lehrer und die Klassenkameraden sprechen.
    • Nachmittags/Freizeit:
      Keine Musik! Wenn es an der Haustür klingelt, kann man es nicht hören, ebenso Telefonanrufe.
    • Abends:
      Nur die Bilder vom Fernsehen sind zu sehen, der Ton aber ist nicht zu hören.
  • Präsentation der Ergebnisse/Plakate
4. Schritt: Wie verhalte ich mich gegenüber Gehörlosen
  • Zielvorstellung: Das Leben gehörloser Menschen ist nicht einfach. Gehörlose brauchen Hilfen.
  • Die Gebärdensprache
    • Lehrerdemonstration einiger ausgewählte Zeichen der Gebärdensprachen
    • SS lernen einige Gebärden
    • SS versuchen z.B. ihren Namen in Gebärdensprachen zu gebärden
  • Sensibilisierung für das richtige Verhalten gegenüber gehörlosen Menschen: Wie verhalten wir uns richtig gegenüber Gehörlosen?
    • Unterrichtsgespräch anknüpfend an die Eigenerfahrung und/oder an Erfahrungen mit z.B. schwerhörigen Großeltern
      Mögliche Impulse: "Wenn ich gehörlos wäre, würde ich mir von Euch wünschen, dass..."
    • Sicherung/Fixierung im Heft oder auf dem Arbeitsblatt: "Wie verhalte ich mich gebenüber Schwerhörigen oder Gehörlosen?"

Hinweis:
Ein "Katalog" mit Zeichen der Gebärdensprache ist auf der CD "DGS-Phrasensammlung", Micro Books, 1998 zu finden.



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